Mittwoch, 17. November 2010

Phänomen Facebook

Vor ein paar Tagen habe ich mein Profil auf facebook wieder aktiviert. Aus Neugierde hatte ich mich bereits vor einem halben Jahr angemeldet, ein paar Freunde "gesammelt" und dann aber schnell festgestellt, dass diese Plattform auch ganz schön oberflächlich sein kann. Allerdings hängt das wohl auch davon ab, wieviel seiner Zeit man zu investieren bereit ist.
Momentan nehme ich mir die Zeit, um wieder mit Menschen in Kontakt zu kommen, die ich vor Jahren kennen gelernt habe oder die ich bisher nur oberflächlich bzw. gar nicht kannte. Pinnwandeinträge sind schnell geschrieben, für persönliche Nachrichten brauche ich etwas länger. Meistens verschicke ich aber mit einer Freundschaftsanfrage auch einen kurzen Gruß, allein um meinen Namen (der nicht meinem eigentlichen Vornamen entspricht) zu erklären.
Ich kann auf facebook anhand der Statusmeldungen verfolgen, wer grad Urlaub hat, wer sich schon Google Streetview angesehen hat oder wer welche Musik oder Veranstaltungen gut findet... Kann anhand der Profil-Infos erkennen, wer mit wem verbandelt oder befreundet ist, ob er oder sie schon Nachwuchs hat (und ob dieser Nachwuchs vielleicht auch schon selbst Nutzer bei Facebook ist). Einge Leute haben nur wenige Infos über sich veröffentlicht, andere haben große Freundeskreise, sind dementsprechend aktiv auf fb und haben einiges über ihre Interessen auf ihrem Profil stehen.

Facebook soll, so Zuckerbergs Vision, eines nahen Tages zum Dreh- und Angelpunkt für sämtliche Aktivitäten im wirklichen und virtuellen Leben werden: Artikel auf nachrichten.at vom 28. September 2010

Genau das kann ich mir nicht vorstellen. Natürlich ist es möglich, einen Großteil seiner Freizeit damit zu verbringen, seine virtuellen Freundschaften zu pflegen und die unendlichen Möglichkeiten auf facebook auszuprobieren. Aber ein Kontakt wird immer virtuell und damit oberflächlich bleiben, solange man sich nicht auch im wirklichen Leben trifft. Der Mensch in 3D mit seinen Eigenheiten und Gefühlen, seiner Mimik und Gestik kann niemals so abgebildet werden und "verflacht" dadurch im Netz. Man kann sich darstellen, sich im Netz ein Profil zulegen, aber es wird immer nur ein bestimmtes Bild sein, dass dadurch entsteht. Es zeigt, was der- oder diejenige sein möchte, weniger, wer sie tatsächlich ist. Dadurch wird eine sogenannten Freundschaft doch zwangsläufig oberflächlich.
Heute morgen lese ich die Mails von fb mit Pinnwandeinträgen, Freundschaftsbestätigungen und Nachrichten. Es ist alles dabei: Ex-Freunde, die zwar meine "Freundschaft" bestätigen, aber scheinbar keinen kurzen Gruß dazu schreiben wollen; witzige Kleinigkeiten wie Spiele oder Wahrsagereien, zu denen ich eingeladen werde; eine Antwort eines Sängers, der sich für meine Blumen (Komplimente ;-) bedankt (hach-er hat geantwortet) und eine Nachricht einer ehemaligen Mitbewohnerin, die sich über den Kontakt freut und mir gleichzeitig eine traurige Nachricht übermittelt. Aber trotzdem weiß niemand von meinen inzwischen 41 Freunden, dass ich momentan krank geschrieben bin und wie mir überhaupt so geht. Ein oder zwei Menschen fragen nach, wie es im Job läuft und was privat so los ist. Aber es bleibt an der Oberfläche...

statement

Kay Redfield Jamison bei Wikipedia:

"Ich habe mich oft gefragt, ob ich mich, wenn ich die Wahl hätte, für die manisch-depressive Krankheit entscheiden würde. Wenn es für mich kein Lithium gäbe, oder es bei mir nicht wirken würde, wäre die Antwort ein einfaches Nein... und es wäre eine Antwort voller Furcht.
Aber Lithium wirkt bei mir und deshalb kann ich es mir leisten, diese Frage zu stellen. Es mag seltsam klingen, aber ich würde mich für die Krankheit entscheiden.
Das ist etwas kompliziert... Ich glaube ernstlich, dass ich infolge der Krankheit mehr Dinge intensiver gefühlt habe; mehr geliebt habe und mehr geliebt wurde; dass ich wegen des Weinens mehr gelacht habe und dass ich wegen all der Winter den Frühling umsomehr liebe... In der Depression bin ich auf Händen und Füssen durchs Zimmer gekrochen und habe das Monat für Monat getan.

Aber normal oder manisch bin ich schneller gewesen, habe schneller gedacht und schneller geliebt als die meisten Menschen, die ich kenne."

Kay Redfield Jamison
Professorin für Psychiatrie an der Johns Hopkins University
School of Medicine
//de.wikipedia.org/wiki/Kay_Redfield_Jamison

Schirmherrin von BipolArt
//www.bipolart.de/

grmmlgähn

So wird das nix mit dem Erholen. Kann nicht schlafen, obwohl ich gestern einen vollen Tag hatte und die Entspannung dringend bräuchte. Wenigstens bin ich krank geschrieben und muss heute nicht früh raus...

Dummerweise gibt es ja hier in diesem Internet so viele Ablenkungen: hier ein bißchen twittern, dort mal eben wieder bei facebook anmelden; Blogs und Nachrichten lesen; bei `ner Singlebörse Männer, ihre Profile und Fotos abchecken, flirten und sich als jmd ausgeben, der ich eigentlich nicht bin bzw sein möchte usw. usw.

Und was kommt dabei raus? Innere Unruhe und Schlaflosigkeit. Erschöpfung, die fast körperlich spürbar ist.

Hypomanie.

*selbstgemacht*

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